Herkömmliche Antifouling ./. LTC Unterwassercoating

Mit diesen Gefahrstoffkennzeichen sind bis dato 95% aller Antifoulings versehen.

Beispiel Produkt vom Hempel: Antifouling von Hempel: Mille NCT

Biozide Antifoulingwirkstoffe

Als Wirkstoffe in Antifouling-Beschichtungen wurden früher zinnorganische Breitbandbiozide verwendet. Die bekannteste Verbindung aus dieser Gruppe ist das Tributylzinn (TBT). Der Einsatz von zinnorganischen Verbindungen in Antifouling-Beschichtungen ist jedoch seit 2008 international verboten, da diese Substanzen lange in der Umwelt verbleiben, hochgiftig sind und hormonell auf Wasserlebewesen wirken. So dürfen in der EU seit dem 1. Januar 2008 Schiffe, die die Flagge eines EU-Mitgliedstaats führen, unter deren Hoheitsgewalt betrieben werden oder einen Hafen eines Mitgliedstaates anlaufen, keine Antifouling-Beschichtungen mit zinnorganischen Verbindungen aufweisen. Ist dies dennoch der Fall, muss eine Deckschicht ein Auslaugen dieser Verbindungen verhindern (Verordnung EG 782/2003). Die gleiche Regelung wurde von der IMO (International Maritime Organization) bereits im Jahr 2001 mit der AFS-Konvention (International Convention on the Control of Harmful Anti-Fouling Systems on Ships) verabschiedet. Das Übereinkommen trat am 17. September 2008 in Kraft. Seit diesem Zeitpunkt ist TBT international als Wirkstoff in Schiffbeschichtungen verboten. In den folgenden Jahren sind die Konzentrationen von TBT in Wasser und Sedimenten in Deutschland zurückgegangen. Dennoch kommt es immer noch zu Überschreitungen der gesetzlichen Umweltqualitätsnormen (Grenzwerte zur Bewertung der Belastungssituation von Oberflächengewässern).

In biozidhaltigen Antifouling-Beschichtungen werden derzeit überwiegend Kupferverbindungen als Wirkstoffe eingesetzt.

Zur Verstärkung der Effektivität werden diese häufig mit weiteren Bioziden kombiniert. Zwar sind diese Antifouling-Biozide nicht so extrem schädlich wie TBT, dennoch handelt es sich um hochwirksame und oft schwer abbaubare Substanzen, die ebenfalls unerwünschte Wirkungen auf die im Wasser lebenden Organismen haben können. Im Jahr 2000 wurden in der Europäischen Union jährlich etwa 668 Tonnen Biozid-Wirkstoffe produziert, die für die Verwendung in Antifoulings vorgesehen waren.

Sportbootbereich

Verglichen mit der Berufsschifffahrt ist die im Sportbootbereich eingesetzte Menge an Wirkstoff zwar relativ gering. Trotzdem kann auch hiervon eine relevante Umweltgefährdung ausgehen, da Sportboote oft in einer hohen Dichte vorkommen. In Sportboothäfen kann es daher durch eine kontinuierliche Abgabe der Substanzen an das umgebende Wasser lokal zu sehr hohen Einträgen kommen. Durch Wind und Wellen gelangen die freigesetzten Antifouling-Wirkstoffe in die direkt angrenzenden Wasserkörper von Seen und Flüssen. Besonders in abgeschlossenen Binnengewässern mit geringem Wasseraustausch kann dies zu hohen Belastungen führen und so die aquatischen Ökosysteme schädigen.

Im Rahmen eines Forschungsvorhabens wurden im Auftrag des Umweltbundesamtes im Jahr 2013 in 50 deutschen Sportboothäfen biozide Wirkstoffe untersucht. Dabei wurden bundesweit Belastungen mit Kupfer und organischen Bioziden nachgewiesen, die teilweise besorgniserregend sind. Für das organische Biozid Cybutryn lagen die Konzentrationen an 35 der 50 Sportboothäfen über der Umweltqualitätsnorm (UQN) von 0,0025 μg/L, die in der EU-Richtline (2013/39/EU) festgelegt ist und die als Jahresdurchschnitt nicht dauerhaft überschritten werden darf. An fünf Standorten lagen die Konzentrationen dieses prioritären Stoffes nach Wasserrahmenrichtlinie sogar über der zulässigen Höchstkonzentration der EU-Umweltqualitätsnorm von 0,016 μg/L, die auch einmalig nicht überschritten werden darf. Die höchste Konzentration von 0,119 μg/L wurde in einem Binnensportboothafen gemessen. Da dieser Wirkstoff allerdings in der EU seit dem 31. Januar 2017 nicht mehr verkehrsfähig ist, ist mittelfristig von einer abnehmenden Belastung auszugehen.

Die Metalle Kupfer und Zink konnten in nahezu allen Proben nachgewiesen werden.

Die höchsten Gehalte wurden jeweils im Brackwasser ermittelt, mit maximal 20 μg Kupfer/L und 27 μg Zink/L – jeweils aus der filtrierten Probe. Beide Metalle werden allerdings nicht nur in Antifouling-Beschichtungen für Sportboote eingesetzt, sondern gelangen auch durch andere Anwendungen in die Umwelt. Erhöhte Konzentrationen wurden meist in relativ großen, gut abgegrenzten Marinas gefunden. Die Gehalte berück-sichtigen nicht den an Schwebstoffen gebundenen Anteil. Es ist davon auszugehen, dass der an Schwebstoffe gebundene Metallanteil mittelfristig sedimentiert und sich im Hafenboden langfristig anreichert.

Alternativer Bewuchsschutz

Die Ergebnisse belegen, dass eine weitergehende Entlastung der Gewässer notwendig ist

und die Biozideinträge, die von Antifouling-Beschichtungen ausgehen, weiter reduziert werden müssen. Das UBA unterstützt daher diese Entwicklungen.

CCS die Alternative zu toxischen Antifouling

In Kooperation mit unseren Rohstofflieferantem und Chemikern ist es uns gelungen in den letzten Monaten in die Matrix von LTC Farb- als auch Kupferpigmente (welche nicht in das Gewässer gelangen) einzubauen.

Entdecken Sie CCS neueste Innovation und technologische Spitzenleistung

Das biozidfreie Produkt (Produktname wird noch kreiert) auf Silan, Titandioxid und Siliziumdioxydbasis verleiht der Oberfläche wasserähnliche Eigenschaften. Damit können sich bewuchsbildende Organismen nicht mehr so leicht am Rumpf ansiedeln und fallen partiell schnell ab, sobald das Boot in Bewegung ist. Es ist sowohl für schnelle Motorboote als auch für Segelboote geeignet.

Zu den weiteren bestechenden Vorteilen zählt auch, dass sich der Bewuchs (auch Pocken und Muscheln) leicht, nur mit Hochdruckreiniger entfernen lässt, kein Schleifen mehr erforderlich.

Bei Beschädigung kann die Beschichtung problemlos erneut aufgetragen werden kann. Dies führt zu einer langfristigen Kostenreduzierung. Kann auf alle Oberflächen aufgetragen werden, außer auf Holz.

Vorteile auf 1 Blick:

  • Unterwasserbeschichtung zur Verhinderung von Bewuchs
  • Erzeugt eine Antihaft-Oberfläche
  • Biozidfrei
  • Kupferfrei

Farben: klar, Marineblau, rot, schwar

Bei andere Farbgebung Produktion ab 5 Liter; bzw. den Bootsrumpf lackieren und mit klarem Sub-Marine-Shild versehen.
Haltbarkeit: 3 bis 5 Jahre

Erklärung für CCS Produkt

Die biozidfreien CCS Beschichtungspodukte sind frei von Kupfer, Triazin, Silikon, PTFE (Teflon) und anderern fluorierten Chemikalien. Die Produkte wirken zweifach physikalisch:

• Bakterien stellen die proteinhaltige Nahrung für andere Wasserorganismen dar. Der als Katalysator zu bezeichnende Faktor wirkt gegen eine Ansammlung von Bakterien am Unterwasserschiff, ohne sich dabei zu verändern. Somit siedeln sich keine Seepocken und Muscheln am Unterwasserschiff an, da ein entsprechendes “Proteinsignal” fehlt.
• Im Wasser bildet sich eine berührungsempfindliche Schicht. Diese stellt für Wasserorganismen keinen sicheren Untergrund dar, sodass sich Seepocken, Muscheln, Seegras und andere Organismen nicht niederlassen. Weiterhin weisen die Produkte einen hydroviskosen Effekt auf, das heißt, dass eine optimale Gleiteigenschaft wie “Wasser auf Wasser” erzielt wird.

Siedeln sich Mikroorganismen, Pflanzen oder Tiere am Rumpf von Schiffen an, so wird dies als Fouling bezeichnet. Die anheftenden Organismen erhöhen den Strömungswiderstand des Schiffes und führen dadurch zu einer Reduktion der Geschwindigkeit und einem Anstieg des Treibstoffbedarfs. Zudem kann ein bewachsener Schiffsrumpf als Vektor für den Transport von Neobiota dienen, also gebietsfremde Arten, die natürlicherweise nicht in dem betrachteten Ökosystem vorkommen. Diese können unter Umständen Probleme bereiten, entweder als Krankheitserreger oder durch Verdrängung heimischer Arten. In manchen Fällen können die Organismen auch die besiedelte Oberfläche beschädigen. Um dem Fouling entgegenzuwirken, werden die Schiffsrümpfe daher mit Antifouling-Beschichtungen behandelt, die das Ansiedeln von Bewuchsorganismen verhindern sollen. Die etablierten Beschichtungen enthalten meist biozide Wirkstoffe, die nach und nach ins umgebende Wasser freigesetzt werden.

MPC
03/2019